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Fasten als Impuls für mehr

Hier findest Du fundiertes Wissen, praktische Erfahrungen und wertvolle Gedanken rund ums Fasten, Ernährung und innere Wahrnehmung für ein gesundes Leben, das sich nicht nur richtig anfühlt, sondern auch wirklich gut tut

Metabolic Switch - Was im Körper beim Fasten geschieht

  • Autorenbild: Kerstin Rogowski
    Kerstin Rogowski
  • 21. Mai
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Juni

Eine junge Frau mit Wanderschuhen liegt mit geschlossenen Augen und einem angewinkelten Bein im Gras in der Sonne.
Fasten ist das Beste, was Deinem Körper passieren kann!


Wenn wir beim Buchinger Fasten auf feste Nahrung verzichten, stellt der Körper schrittweise seinen Stoffwechsel um. Nach den ersten Stunden greift er auf gespeicherte Energie zurück, später beginnt er, Reserven effizienter zu nutzen. Dieser Prozess wird Fastenstoffwechsel oder Metabolic Switch genannt und oft als rein körperlich verstanden – tatsächlich betrifft er jedoch auch Konzentration, Stimmung und das allgemeine Empfinden von Klarheit.

Mich fasziniert am Fasten besonders, dass die positiven Effekte aus regelmäßigen Fastenperioden viele Stoffwechselparameter in unseren Organen und Geweben erheblich verbessern können. Fasten ist für mich ein wertvoller Baustein im Rahmen eines präventiven Gesundheitskonzepts.

Und Gesundheitsprävention wird immer bedeutsamer, denn die neuesten Zahlen des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Vereinigung im Hinblick auf die stetige Zunahme chronischer Krankheiten in Deutschland sind alarmierend.


Fasten als Reset-Knopf: Stoffwechselpausen können bei chronischen Krankheiten helfen


Wir hören es immer häufiger und mit zunehmendem Alter spüren wir es womöglich selbst: Stoffwechselbedingte chronische Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes Typ 2, Adipositas, Arthrose, Krebserkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen. Diese Erkrankungen sind eng mit unserem modernen Lebensstil verknüpft und entstehen meist schleichend über Jahre hinweg.  Obwohl genetische Veranlagungen auch eine Rolle spielen können, können diese Krankheiten durch gezielte Lebensstiländerungen positiv beeinflusst werden.


Das ist eine gute Nachricht, denn bei diesen sogenannten Zivilisationskrankheiten können wir selbst etwas tun. Während z.B. Infektionskrankheiten auf Ansteckung zurückzuführen sind, sind chronische Erkrankungen leider meist hausgemacht.  Wenn wir uns schon in jungen Jahren bewusst machen, dass unser Lebensstil unsere Gesundheit im Alter entscheidend beeinflusst, dann kann die konsequente Umstellung unserer Lebens- und Ernährungsgewohnheiten durchaus motivierend sein. Denn wer von uns möchte ab einem Alter von 60 Jahren den Tag mit einer ganzen Sammlung von Blutdrucksenkern, Blutverdünnern, Statinen und Antidiabetika beginnen?  


Natürlich wollen wir alle gesund alt werden. Jedoch zeigen aktuelle Daten des Robert Koch Instituts, dass im Jahr 2024 bereits jeder zweite Erwachsene (knapp 54%) von mindestens einer chronischen Erkrankung betroffen ist. Das Dashboard „Gesundheit in Deutschland aktuell“ visualisiert den Gesundheitszustand nach Geschlecht, Alter und Bundesland.


Laut einer aktuellen Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) aus 2026 leiden fast 45 % der 50- bis 59-Jährigen an zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, also lange vor dem Eintritt in das Rentenalter. Viele Experten sprechen davon, dass sich diese Daten weiter verschlechtern. Das ist nicht nur auf den persönlichen Lebensstil zurückzuführen, sondern auch auf das ständig verfügbare Überangebot an Lebens- und Genussmitteln.


Insbesondere die gelernte Gewohnheit, ständig essen zu können ist dabei problematisch. Unser Körper ist darauf evolutionsbiologisch gar nicht eingestellt. Ständiges „Snacken“ beim Arbeiten am Schreibtisch, regelmäßig viel zu süße Getränke und ein zu hoher Anteil an industriell verarbeiteten Lebensmitteln sind für unseren Stoffwechsel eine Überforderung. Insbesondere aufgrund der fehlenden Essenspausen kann sich ein echtes Hungergefühl nicht mehr einstellen und wir verlernen unserem Körper zuzuhören.


Gerade deshalb ist Fasten so spannend und vielseitig wirksam. Es setzt nicht bei einem einzelnen Symptom an, sondern bei einem Grundrhythmus des Körpers – unserem Stoffwechsel: Essen, Verdauen, Speichern – und dann wieder Pause, Umschalten, Reparieren.



Warum Fasten für uns ein Joker sein kann


Fasten kann in diesem Kontext für viele ein Joker sein, um chronischen Krankheiten vorzubeugen, das gewünschte Körpergefühl zurückzuerhalten und die tägliche Ernährung neu auszurichten. Viele Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die positiven Effekte aus regelmäßigen Fastenperioden verschiedene Stoffwechselparameter in Organen und Geweben verbessern können. Deshalb ist Fasten nicht nur eine Methode des Verzichts. Es ist eine Erfahrung, die den Körper daran erinnert, dass er mehr kann, als ständig Nahrung zu verarbeiten.


Verbesserte Blutwerte und Stoffwechselparameter nach einer Fastenwoche lassen erkennen, warum Fasten gerade mit Blick auf chronische Erkrankungen so interessant ist. Beim Fasten sinkt insbesondere das für den Glukosestoffwechsel benötigte Hormon Insulin und in der Folge können sich unsere Zellen erholen und bereits bestehende Insulinresistenzen reduziert werden. Da Insulin als sog. Speicherhormon auch der Verstärker für Fetteinlagerung ist, wird klar, warum der Körper beim Fasten schnell in den Zustand der Fettverbrennung gelangt. Denn erst wenn der Insulinspiegel niedrig ist, kann der Körper effektiv auf gespeichertes Fett zugreifen und damit auch den Abbau von unerwünschtem Bauchfett vorantreiben.


Auch Entzündungsprozesse sind eng mit dem Stoffwechsel verbunden. Wenn der Körper weniger mit Verdauung, Überangebot und ständigem Blutzuckeranstieg beschäftigt ist, verändern sich hormonelle und immunologische Signale. Viele Menschen berichten nach einigen Fastentagen, dass Gelenke weniger schmerzen. Menschen mit der Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) berichten, dass sich entzündete Stellen zurückbilden. Das sind ganz typische Effekte nach einer Fastenperiode, weil sich durch die Stoffwechselveränderung auch entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper reduzieren können.



Metabolic Switch: Wie der Stoffwechsel beim Fasten umstellt


Ganz unbewusst fasten die meisten Menschen täglich, nämlich immer dann, wenn sie nichts essen, z. B., während sie schlafen. Unser Körper kennt im Grunde zwei Energieprogramme. Das erste Programm ist die „Ernährung von außen“: Wir essen, verdauen, nehmen Nährstoffe auf, verbrennen einen Teil davon sofort und speichern den Rest für später. Glukose wird als Glykogen in Leber und Muskulatur gespeichert, überschüssige Energie kann in Fettdepots eingelagert werden.

Das zweite Programm ist die „Ernährung von innen“. Sobald keine neue Nahrung nachkommt, beginnt der Körper nicht in Panik zu geraten, sondern schaltet um. Er nutzt zunächst seine gespeicherten Glukosereserven, später vermehrt Fettreserven. In der Leber entstehen aus Fettsäuren Ketonkörper, die dem Gehirn und der Muskulatur als Energiequelle dienen können. Genau dieser Wechsel wird auch als Metabolic Switch bezeichnet: Der Körper verlässt den ständigen Glukosestoffwechsel und geht in den ruhigeren, effizienteren Fettstoffwechsel über.

Sobald wir aufhören zu essen, durchläuft unser Stoffwechsel eine faszinierende Transformation.


Dies geschieht in drei wesentlichen Schritten:


  1. Die Glykogen-Phase (innerhalb der ersten 12–24 Stunden):

    Der Körper nutzt zunächst die schnell verfügbaren Energiereserven: Glukose, die in Form von Glykogen in der Leber und den Muskeln gespeichert ist. Sobald diese Vorräte zur Neige gehen, sinkt der Insulinspiegel – das Startsignal für die nächste Phase.

  2. Die Ketose (am 3. Tag in den Fettstoffwechsel-Modus):

    Da keine Kohlenhydrate mehr nachkommen, schaltet der Körper auf die „innere Ernährung“ um. Er beginnt, Körperfett in der Leber zu sogenannten Ketonkörpern umzuwandeln. Diese dienen nun als hocheffizienter Ersatzbrennstoff für Muskeln und vor allem für das Gehirn.

  3. Die Autophagie (zelluläre Selbstreinigung):

    Parallel zum Fettstoffwechsel wird die Autophagie hochgefahren (oft schon ca. 14–16 Stunden nach Nahrungsverzicht). In diesem Zustand der Nahrungsknappheit beginnt die Zelle, beschädigte Proteine oder defekte Zellbestandteile zu recyceln, um daraus Energie zu gewinnen. Es ist unser biologisches Verjüngungsprogramm, das Zellen von „Müll“ befreit und Entzündungen reduziert.


Bei ZDF Terra X wird anschaulich erklärt, wie unser Stoffwechsel auf „innere Ernährung“ umschaltet und warum Autophagie wie eine interne Müllabfuhr für deine Gesundheit wirkt. Über den link erreichst Du das Kurz-Video, um die wissenschaftlichen Hintergründe besser zu verstehen:




Fasten als Impuls für Selbstwirksamkeit und Veränderungsbereitschaft


Viele denken beim Thema Fasten überwiegend an körperliche Aspekte. Fasten kann aber auch geistige und seelische Prozesse offenbaren, die häufig erst durch Verzicht auf Ablenkung erkannt werden können. In einer Fastenwoche bleibt ausreichend Zeit für Stille und die innere Einkehr zu sich selbst. Man darf lernen oder sich erinnern, wie es sich anfühlt, sich selbst wieder zu spüren. Dabei kann auch das unbewusste Bedürfnis nach mehr Selbstfürsorge und Selbstbestimmung entdeckt werden.


Gleichzeitig verändert sich während des Fastens auch die innere Stimmungslage. Viele erleben nach den ersten Umstellungstagen eine spürbare Aufhellung. Manche sprechen sogar von Fasteneuphorie. Dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Wenn der Blutzucker weniger stark schwankt, fühlt sich der Kopf oft ruhiger an. Ketonkörper können dem Gehirn als stabile Energiequelle dienen und das kann dem Geist helfen fokussierter und klarer zu denken. Manche beschreiben es als Wachheit, andere als innere Ruhe, wieder andere als Aufbruchsstimmung. Viele spüren, dass der Körper nach einigen Tagen nicht schwächer, sondern auf eine besondere Weise fokussierter wird.


Durch die vermehrte Ausschüttung von Endorphinen berichten einige Fastende nach 3- 4 Tagen Nahrungsverzicht von einem Zustand gesteigerter Energie und Leichtigkeit auch im Hinblick auf ihr emotionales Wohlbefinden. Sobald der Fettstoffwechsel stabiler läuft, Ketonkörper zur Verfügung stehen, die Verdauung ruht und der Kopf merkt: Ich kann das, dann kann daraus ein erstaunlich klares, leichtes Gefühl entstehen.


Für viele Menschen bleibt nach dem Fasten auch das starke Erlebnis, eine sehr herausfordernde Situation gemeistert zu haben. Eine Woche ohne feste Nahrung und trotzdem viel Bewegung klingt doch eher nach Bewältigung eines Marathonlaufs, ohne vorab trainiert zu haben. Wer sich aber mutig darauf einlässt, der wird belohnt mit dem Hochgefühl etwas Großes geschafft zu haben. Die Bewältigung einer Herausforderung, die man sich selbst zuvor nicht zugetraut hat, stärkt die Selbstwirksamkeit nicht nur für den Moment, sondern auch für die Zukunft.

Wer während des Fastens erlebt hat Gewohnheiten unterbrechen zu können, gewinnt Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Veränderung. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit erleichtert vielen Menschen die innere Akzeptanz neuer Gewohnheiten und damit auch die angestrebte Umstellung des Lebensstils. Die Erkenntnis, es in einer Fastenwoche geschafft zu haben, kann vielen helfen in der Ernährungsumstellung dranzubleiben. Fasten ist dann nicht nur eine Woche ohne feste Nahrung. Es ist auch eine Zeit, in der wir lernen können, wieder die Regie in unserem Leben zu übernehmen.  



Mein Fazit: Einfach mutig fasten und gesünder leben


Die Fähigkeit zu fasten ist tief in unserer Evolutionsgeschichte verwurzelt. Die allermeisten Menschen können fasten, aber viele trauen sich nicht. Ich möchte Dich ermutigen, Deinem Körper zu vertrauen. Spüre in Dich hinein, ob Du etwas in Deinem Leben verändern möchtest, um Ursachen auf den Grund zu gehen, statt Symptome nur zu lindern.

Richtig angewandt, kann das Fasten ein entscheidender Baustein für einen gesunden Stoffwechsel und damit langfristiges Wohlbefinden sein. Während der von mir begleiteten Fastenwochen erfährst Du, was Du tun und vor allem auch was Du lassen kannst, um Deinen persönlichen Fastenstoffwechsel zu unterstützen. Ich möchte, dass Du am Ende Deiner Fastenwoche strahlst und regelmäßige Essenspausen als Gewinn für mehr Lebensqualität betrachten kannst.



Du möchtest Fasten nicht nur verstehen, sondern selbst erleben? Schaue Dir hier mein Seminarangebot an und entscheide, welches Fastenformat zu Dir passt.



Hast du noch weitere Fragen zum Fasten Ablauf oder zu meinem Fastenkonzept?






Quellen / Weiterführende Informationen

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