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Fasten als Impuls für mehr

Hier findest Du fundiertes Wissen, praktische Erfahrungen und wertvolle Gedanken rund ums Fasten, Ernährung und innere Wahrnehmung für ein gesundes Leben, das sich nicht nur richtig anfühlt, sondern auch wirklich gut tut

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  • Autorenbild: Kerstin Rogowski
    Kerstin Rogowski
  • vor 6 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit



Die Frage, ob Kaffee beim Fasten erlaubt ist, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Im klassischen Buchinger-Fasten wird Kaffee meist eher weggelassen, weil Reize reduziert werden sollen. Schwarzer Kaffee liefert zwar kaum Kalorien und ist für manche Menschen in kleiner Menge gut verträglich. Auf nüchternen Magen kann er jedoch Magen, Kreislauf und Schlaf stören. Wenn Du unsicher bist, lohnt sich eine achtsame Selbstbeobachtung - vor und während Deiner Fastenwoche.


Kaffee zwischen Gewohnheit und Fastenruhe


Kaffee gehört für viele zum Alltag. Doch was bedeutet er während des Fastens – Unterstützung oder Störung?


Die Frage nach Kaffee während des Fastens taucht immer wieder auf. Grundsätzlich gilt: Kaffee wirkt anregend auf den Kreislauf und kann den Stoffwechsel beeinflussen. Für manche Menschen ist eine kleine Menge gut verträglich, andere reagieren sensibler – etwa mit Unruhe oder einem instabilen Energiegefühl.


Ich erlebe diese Frage immer wieder, weil Kaffee nie nur Kaffee ist. Für viele ist er ein kleines Morgenritual, eine Pause, ein vertrauter Geruch, manchmal auch ein stiller Anschub, bevor der Tag richtig beginnt. Genau deshalb ist die Antwort beim Fasten nicht nur fachlich, sondern auch sehr persönlich.


Im klassischen Heilfasten wird häufig empfohlen, auf Kaffee zu verzichten. Der Grund liegt weniger in einem Verbot, sondern im Wunsch nach Entlastung. Der Körper soll sich möglichst frei von äußeren Reizen regulieren können.



Warum die Antwort nicht einfach Ja oder Nein lautet


Schwarzer Kaffee enthält praktisch keine Kalorien, keinen Milchzucker, kein Eiweiß und kein Fett. Trotzdem bleibt er ein wirksamer Reiz. Koffein wirkt anregend auf das zentrale Nervensystem. Es kann wacher machen, die Aufmerksamkeit erhöhen und kurzfristig das Gefühl geben: Jetzt komme ich besser in den Tag.


Gerade in einer Fastenwoche kann sich diese Wirkung aber anders anfühlen als im normalen Alltag. Der Magen ist leerer, der Kreislauf stellt sich um, der Körper reagiert sensibler auf Gewohnheiten, die sonst kaum auffallen. Was sonst selbstverständlich war, kann während des Fastens plötzlich zu viel sein.


Für FASTENSEELE ist deshalb nicht die Frage entscheidend: Darf ich Kaffee? Wichtiger ist: Unterstützt mich Kaffee in meiner Fastenerfahrung - oder hält er mich in einem künstlich angeschobenen Modus?



Was Prof. Andreas Michalsen zu Kaffee einordnet


Prof. Dr. Andreas Michalsen ist Internist, Ernährungsmediziner, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité. Für diesen Blog ist er relevant, weil er Fasten, Ernährung und Naturheilkunde nicht als Modethemen behandelt, sondern seit vielen Jahren medizinisch und wissenschaftlich einordnet.


In einem Gespräch mit Natur und Medizin beschreibt Michalsen, dass Kaffee heute nicht mehr pauschal als ungesund bewertet wird. Er verweist darauf, dass sich in den vergangenen Jahren die Belege für günstige Wirkungen von regelmäßigem Kaffeekonsum verdichtet haben - unter anderem im Hinblick auf Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System, Stimmung und Leber. Nachlesen kannst Du die Einordnung hier: „Koffein hilft uns, gesund zu bleiben“.


Diese positive Einordnung gilt aber vor allem für Kaffee als Lebensmittel im Alltag. Für eine Buchinger-Fastenwoche ist die Frage weiter zu differenzieren: Es geht nicht nur darum, ob Kaffee grundsätzlich gesundheitlich interessant sein kann. Es geht darum, ob er in einer Phase der bewussten Reduktion, des leeren Magens und der inneren Neuorientierung für Dich persönlich stimmig ist.



Kaffee dient der Flüssigkeitszufuhr und kann den Fasteneinstieg erleichtern


Eine zweite, bewusst sachliche Orientierung liefert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie ordnet Kaffee und schwarzen oder grünen Tee ungesüßt als Getränke ein, die zur Flüssigkeitszufuhr beitragen können, empfiehlt sie aufgrund des Koffeingehalts aber nur in moderaten Mengen. Auf jeden Fall ist die These, dass Kaffee dehydrierend wirkt, inzwischen ein wissenschaftlich widerlegter Mythos.


Ungesüßt kann Kaffee also zur Trinkmenge beitragen, bleibt aber ein koffeinhaltiges Genussmittel. Die DGE-Information findest Du hier: DGE: Getränke.


Schwarzer Kaffee ist allerdings nicht dasselbe wie ein Milchkaffee, ein Cappuccino oder ein gesüßter Kaffee. Schwarzer Kaffee kann die Autophagie, den zellulären Selbstreinigungsprozess beim Fasten, fördern, da die im Kaffee enthaltenen Polyphenole die Müllabfuhr in den Zellen aktivieren. Er sollte dann aber besser schwarz ohne Milch und ohne Zucker getrunken werden, da Milchproteine die Autophagie hemmen können.


Wenn Kaffee überhaupt Platz beim Fasten hat, dann eher als bewusste Tasse schwarzer Kaffee oder Espresso – nur bei Bedarf und nicht als fortgesetztes Aufputschritual über den Tag.

Für manche Menschen kann eine kleine Tasse schwarzer Kaffee den Einstieg in die Fastentage erleichtern. Das gilt besonders dann, wenn jemand im Alltag regelmäßig Kaffee trinkt und beim abrupten Weglassen schnell Kopfschmerzen, starke Müdigkeit oder Gereiztheit spürt. Dann kann es sinnvoller sein, nicht zusätzlich gegen Entzugssymptome zu kämpfen, sondern die Fastenerfahrung ruhig und achtsam zu gestalten.


Mögliche Pluspunkte von schwarzem Kaffee während des Fastens:
  • Er liefert praktisch keine Kalorien und kann sogar das Hungergefühl reduzieren.

  • Er kann kurzfristig Wachheit, Konzentration und Stimmung unterstützen.

  • Er kann als kleines Morgenritual Sicherheit geben, wenn ohnehin vieles anders ist.

  • Er kann Menschen mit niedrigem Blutdruck subjektiv das Gefühl geben, besser in den Tag zu kommen.


Entscheidend bleibt die Beobachtung danach: Fühlst Du Dich ruhig, klar und stabil? Oder wirst Du zittrig, hungrig, hektisch oder innerlich ungeduldig? Fasten ist eine gute Gelegenheit, solche Unterschiede nicht zu übergehen.



Was gegen Kaffee in der Fastenzeit sprechen kann


Genauso gibt es gute Gründe, Kaffee während des Fastens bewusst wegzulassen. Besonders in den ersten Fastentagen kann Kaffee auf nüchternen Magen deutlich stärker wirken als gewohnt, weil der Körper auf Reize empfindlicher reagiert. Manche spüren Magendruck, Sodbrennen, Übelkeit, Herzklopfen oder ein nervöses Kreislaufgefühl. Andere schlafen schlechter, obwohl sie den Kaffee scheinbar gut vertragen. Wichtig zu wissen ist, dass Koffein u.a. die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol anregen kann, was besonders in Fastenphasen als störend für die Ruhephase des Körpers empfunden wird.


Mögliche Gegenargumente in der Fastenzeit:
  • Koffein kann den leeren Magen reizen und Magensäure fördern.

  • Kaffee kann Unruhe und Herzklopfen unerwartet verstärken und den Blutdruck erhöhen.

  • Kaffee kann den Schlaf stören - und guter Schlaf ist in einer Fastenwoche besonders wertvoll.

  • Wer Kaffee als Leistungsanschub nutzt, bleibt möglicherweise im alten Muster: funktionieren statt wahrnehmen.


Ich würde Kaffee auf jeden Fall nicht als Trick gegen Hunger einordnen. Nach meiner Beobachtung kann Kaffee bei manchen Menschen Hungergefühle kurzfristig überdecken, bei anderen jedoch den Appetit sogar verstärken. Beim Fasten soll es nicht darum gehen, den Körper zu überlisten, sondern ihn wieder deutlicher zu hören.



Milch im Kaffee: Warum das beim Fasten nicht passt


Milch verändert die Fastensituation deutlich. Aus einem schwarzen Kaffee wird ein kleines Lebensmittel mit Eiweiß, Fett und Milchzucker. Genau diese Nährstoffe sollen beim klassischen Buchinger-Fasten für eine begrenzte Zeit bewusst reduziert werden. Deshalb passt Milchkaffee nicht zum Fastengedanken.


Hinzu kommt: Viele Menschen empfinden Milch im Alltag als selbstverständlich, bemerken aber erst in einer Fasten- oder Entlastungsphase, dass sie ihnen nicht immer guttut. Manche fühlen sich nach Milchkaffee eher müde oder schwer. Das muss nicht für alle gelten, aber es lohnt sich, diese Wahrnehmung ernst zu nehmen.


Es kann sich lohnen nach den Fastentagen eine Alternative zur Milch zu probieren, z.B. einen Schuss Haferdrink mit niedrigem Zuckergehalt. Viele empfinden ihn als leichter und verträglicher. Je nach Produkt enthält er Kohlenhydrate und natürlich vorkommenden Zucker. Manche ungesüßten Varianten liegen ungefähr im Bereich von 3 bis 4 Gramm Zucker pro 100 Milliliter und damit in einer ähnlichen Größenordnung wie Kuhmilch.



Meine praktische FASTENSEELE-Empfehlung


Wenn Du eine möglichst klare Buchinger-Fastenwoche erleben möchtest, ist der Verzicht auf Kaffee meist der stimmigere Weg. Nicht, weil Kaffee grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil Fasten eine besondere Qualität hat: weniger Reize, weniger Automatismus, weniger „ich brauche erst etwas, bevor ich in den Tag komme“.


Wenn Du im Alltag sehr viel Kaffee trinkst, kann ein sanfter Übergang sinnvoll sein. Du könntest bereits einige Tage vor der Fastenwoche reduzieren: erst die Nachmittags- und Abendtasse weglassen, dann die Menge am Morgen verkleinern. So startest Du nicht aus dem Koffein-Hoch direkt in den Fastenbeginn.


Falls Du während Deiner Fastenwoche doch Kaffee trinken möchtest, würde ich ihn sehr schlicht halten: klein, schwarz, am Vormittag und bewusst getrunken. Kein Zucker, keine Milch, keine große Tasse als Dauerbegleiter. Und dann ehrlich prüfen: Hilft er mir wirklich - oder vermisse ich eigentlich nur mein gewohntes Ritual?



In den von mir begleiteten Fastenwochen biete ich Alternativen an, die den Kreislauf beleben können, wie z.B. den Rosmarintee mit frischem Ingwer, Kneipp-Rituale und Morgengymnastik für den fröhlichen Start in den Tag.

 







Wenn Du tiefer einsteigen möchtest, findest Du hier ergänzende Informationen zu den Angeboten von FASTENSEELE.


Hast du noch weitere Fragen zum Fasten Ablauf? Dann schau in den FAQs vorbei für weitere spannende Infos rund um den Ablauf.





Quellen / Weiterführende Informationen

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